Bild oben: „Stromliefervertrag“ © mojo cp, 2025

Ab welchen Strommengen lohnt sich ein PPA?

Praxistipps für Unternehmen von der Luana AG

In Zeiten steigender Energiepreise, wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen und volatiler Strommärkte suchen Unternehmen zunehmend nach langfristig stabileren Lösungen zur Stromversorgung. Ein Power Purchase Agreement (PPA) bietet hierfür eine attraktive Option. Doch viele Unternehmen – gerade im Mittelstand – fragen sich: Ab welchen Strommengen lohnt sich ein PPA wirklich? Die Luana AG beleuchtet in diesem Beitrag, wie PPAs funktionieren, welche Mindestmengen typischerweise erforderlich sind, worauf Sie bei Vertragsgestaltung und Umsetzung achten sollten und wie sich aktuelle Marktpreise entwickeln.

Was ist ein Power Purchase Agreement (PPA)?

Langfristiger Stromliefervertrag

Ein PPA ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Stromerzeuger (z. B. Betreiber einer Solar- oder Windanlage) und einem Stromabnehmer (z. B. ein Unternehmen). Dabei wird eine definierte Strommenge über eine feste Laufzeit zu einem vorher vereinbarten Preis geliefert.

Vorteile für Unternehmen:

  • Planungssicherheit über Stromkosten
  • Möglichkeit, den Anteil erneuerbarer Energien im eigenen Energie-Mix zu erhöhen
  • Image- & Nachhaltigkeitseffekt durch „direkten“ Bezug von grüner Energie

Herausforderungen:

  • Vertragsrisiken
  • Abgleich des Lieferprofils
  • Mindestmengenvereinbarungen

Ein PPA kann Bestandteil Ihrer Energie- und Nachhaltigkeitsstrategie sein – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Man unterscheidet zwischen Onsite- und Offsite-PPAs. Onsite-PPAs beziehen sich auf Stromlieferverträge, bei denen die Energie direkt vor Ort beim Verbrauchenden erzeugt und genutzt wird – meist durch eigene Anlagen. Offsite-PPAs hingegen ermöglichen den Bezug von erneuerbarem Strom aus externen Kraftwerken über das Stromnetz, oft über größere Distanzen.

Ab welchen Strommengen ist ein PPA realistisch?

Mindestgröße & Schwellenwerte

In der Fachliteratur lassen sich keine festgelegten Mindestmengen finden, ab denen ein PPA möglich oder wirtschaftlich ist – vielmehr hängt es von individuellen Faktoren wie Verbrauchsprofil, Lieferstruktur, Risiko- und Vertragsgestaltung ab. Dennoch lassen sich Richtwerte ableiten:

  • Der Bundesverband WindEnergie schreibt, ein PPA sei ab einem Verbrauch von 2 GWh/Jahr möglich.
  • Es gibt auch Anbieter, die bereits ab 1 GWh/Jahr PPAs anbieten.
  • Laut der Deutschen Energie-Agentur (dena) „gilt für Anlagenbetreiber und Abnehmer im Vertragswesen, dass (Mindest-)Abnahme- und Schadensersatzpflichten vertraglich geregelt werden müssen.“ Die Agentur hat einen ausführlichen Leitfaden für Stromerzeuger und -abnehmer zum Thema erstellt: „Vertragswesen von Green Power Purchase Agreements“.

Wenn Ihr Unternehmen jährlich mindestens 1–2 GWh Strom benötigt, ist ein PPA-Modell durchaus machbar und interessant. Bei kleineren Strommengen steigt der Aufwand im Verhältnis zum Nutzen – dann kann ein PPA eher als Teilversorgung oder im Rahmen von Verbundlösungen sinnvoll sein. Wichtig: Entscheidend ist nicht nur die absolute Menge, sondern auch Lieferprofil (z. B. Zeitpunkt, Lastgang), Risiken, Vertragslaufzeit und Bonität der Partner.


Quellen:
BWE-Service GmbH c/o Bundesverband WindEnergie: Blogbeitrag „Strompreis PPA: Was kostet echter Grünstrom“ (zuletzt abgerufen am 18. November 2025)
Getec Energie GmbH: Webseite „https://www.getec-energie.de/getec-deutschland-ppa/“ (zuletzt abgerufen am 18. November 2025)
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena): Leitfaden „Vertragswesen von Green Power Purchase Agreements“(zuletzt abgerufen am 18. November 2025)

Wirtschaftlichkeit

So rechnen Sie für Ihr Unternehmen

Ein Power Purchase Agreement (PPA) kann langfristige Preisstabilität und Zugang zu erneuerbarem Strom bieten – doch lohnt es sich wirtschaftlich für Ihr Unternehmen? Mit einer einfachen Beispielrechnung lässt sich das schnell prüfen.

Annahmen für eine Beispielrechnung für ein Offsite-PPA:

Parameter Wert / Annahme
Jährlicher Stromverbrauch 10 GWh
Aktueller Strompreis am Markt 0,16 €/kWh
Offsite-PPA-Strompreis (fix) 0,14 €/kWh
Vertragslaufzeit 10 Jahre
Verwaltungskosten für PPA 15.000 € pro Jahr
Stromabdeckung 80 %
Einsparung Energiepreis durch PPA 2 Cent pro kWh

Formel:
Jahreskosten = Verbrauch × aktueller Preis

Berechnung:
10.000.000 kWh × 0,16 €/kWh = 1.600.000 €

Grundkosten für den PPA-Strom:
8.000.000 kWh × 0,14 €/kWh = 1.120.000 € (bei 80 % Stromabdeckung)

Verwaltungs- und Vertragskosten:
15.000 €

Reststrombezug (20 % zu 0,16  €/kWh):
2.000.000 kWh x 0,16 €/kWh = 320.000 €

Summe mit PPA = 1.120.000 € + 15.000 + 320.000 € = 1.455.000 €

Vergleich & Fazit:

Variante Kosten/Jahr
Marktstrom 1.600.000 €
Mit Offsite-PPA 1.455.000 €
Ersparnis pro Jahr (mit PPA): 145.000 €
Ersparnis über 10 Jahre (mit PPA): ca. 1,45 Mio. €

Interpretation:
Selbst unter Einbeziehung des Verwaltungsaufwandes ist das PPA für ein Unternehmen mit 10 GWh/Jahr Stromverbrauch wirtschaftlich attraktiv. Je höher der Stromverbrauch und je länger die Vertragslaufzeit, desto größer sind die Einsparpotenziale.

Hinweis: Jedes Unternehmen sollte zusätzlich prüfen:

  • Lastprofil und Schwankungen im Stromverbrauch
  • Vertragsgestaltung (Take-or-Pay, Preisgleitklauseln)
  • Bonität des PPA-Anbieters
  • Regulatorische Rahmenbedingungen, z. B. Netzentgelte und Steuern

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Empfehlungen

Umsetzungsschritte

  • Verbrauchsanalyse: Ermitteln Sie Ihren Stromverbrauch (kWh/Jahr), Lastgang und mögliche Schwankungen.

  • Machbarkeitsprüfung: Prüfen Sie, ob Ihr Verbrauch über etwa 1–2 GWh/Jahr liegt – dann ist ein PPA-Modell sinnvoll.

  • Profilabgleich: Welche Erzeugungsanlagen (PV, Wind) könnten technisch und räumlich passen? Passt das Erzeugungsprofil zu Ihrem Verbrauch?

  • Partner- & Vertragswahl: Suchen Sie nach seriösen PPA-Anbietern/Erzeugern. Achten Sie auf Mindestabnahme, Preisentwicklung, Bonität, Laufzeit.

  • Preisbenchmarking: Nutzen Sie den pv magazine PPA-Preistracker zur Orientierung.

  • Reststrom- & Überschussmanagement: Auch bei einem PPA bleibt ein Teil Ihres Bedarfs ggf. über konventionelles Netz zu decken – Kosten hierfür müssen mitbedacht werden.

  • Vertragsabschluss & Monitoring: Nach Vertragsabschluss sollten Laufzeit, Mengen, Preise und mögliche Risikoszenarien (z. B. Mindererzeugung) eng überwacht werden.

Fazit

Ab jährlich mindestens ca. 1-2 GWh Stromverbrauch kann sich ein PPA lohnen

Ein PPA kann ein wirkungsvolles Instrument sein, um Stromkosten zu stabilisieren, die grüne Energiebilanz zu verbessern und langfristig planbar zu versorgen – insbesondere dann, wenn Ihr Unternehmen jährlich mindestens ca. 1-2 GWh Stromverbrauch aufweist. Entscheidend ist die sorgfältige Analyse von Verbrauchsprofil, Vertragsgestaltung, Preisniveau und Risikoverteilung. Der Blick auf den aktuellen Marktpreis – z. B. über den PPA-Preistracker von pv magazine – liefert Ihnen eine wichtige Benchmark. Mit gezielter Vorbereitung und strategischer Umsetzung kann ein PPA einen echten Mehrwert für Ihr Unternehmen schaffen. Wir bei der Luana AG stehen Ihnen gern zur Verfügung, diesen Prozess gemeinsam zu gestalten – von Analyse über Vertragsaufnahme bis hin zum Monitoring.

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